Beziehung

Das Geheimnis einer langen Beziehung



„Das Geheimnis einer langen Ehe“

Heiraten, das macht fast jede/r irgendwann. Aber fast ein ganzes Leben lang zusammenbleiben, das schaffen nur die wenigsten. Eine Ehe, die länger als 25 Jahre hält, ist heutzutage eine Ausnahme. Was also verbindet diese Paare und wie haben sie es "geschafft", zusammenzubleiben.

Da es nicht nur rosige Zeiten in einer Ehe gibt, muss es doch einen Trick geben, die Krisen zu überwinden, zusammenzuhalten oder sich in der Beziehung nicht selbst aufzugeben - und das über diese lange Zeit.


Das andere Rollenverständnis
Ehen werden heute aus anderen Gründen geschlossen als früher. Der Mann als Versorger, als derjenige, der das Geld nach Hause bringt, wird in dieser ausschließlichen Funktion nicht mehr gebraucht. Wo früher ökonomische und auch soziale Sicherheit im Vordergrund standen und die Ehe die einzige in der Gesellschaft akzeptierte Form des Zusammenlebens war, sind neue Modelle hinzugekommen. Sehr viel mehr Frauen sind berufstätig und haben eine Ausbildung. Die Selbständigkeit, nicht nur die finanzielle, ist gewachsen. Der Grund für eine Eheschließung ist daher oft der Kinderwunsch oder ein Kind, das unterwegs ist.

Die steigenden Trennungszahlen sind keine Kapitulation vor der Ehe und ihrer Bedeutung, sondern das Ergebnis einer Lebensform, die mit gesellschaftlichen Veränderungen nicht Schritt gehalten hat. Innerhalb dieser Gemeinschaft ist es leicht, alte Rollenbilder abzulegen. Neue zu entwickeln ist jedoch schwierig.


Der Eine (oder die Eine) für alle Gelegenheiten
Die Erwartungen und die Ansprüche an den Partner sind hoch. Die Suche nach dem Ideal, schwirrt vielen Menschen im Kopf rum. Hier eine Wunschliste, die, oft unausgesprochen, das zeigt, was Menschen von ihrer Ehe und ihrem Partner erwarten:

große, ständige Nähe

finanzielle und emotionale Sicherheit

Wunsch nach Dauerhaftigkeit und Konstanz

Eigenständigkeit und Freundschaft

Verständnis

Seelenverwandtschaft

Bewunderung

erotische, zärtliche, leidenschaftliche Liebe

Fürsorge

Ängste ohne Scham aussprechen

von Fähigkeiten des anderen profitieren, die man selbst nicht hat (z.B. Organisationstalent, Kontaktfreude, Gelassenheit, innere Ausgeglichenheit)

Das alles soll möglichst immer und von einer Person geleistet werden, zu 100 Prozent. Deswegen sollte man sein eigenes Anspruchsdenken mal überprüfen.

Ein paar Tipps

In bestimmten Bereichen sein eigenes Leben führen, dies in der Beziehung und auch mit Familie schaffen, sich als Einzelperson weiterentwickeln.
Bei unterschiedlichen Interessen nicht auf diese verzichten, sondern sie pflegen.

Sich Zeit für sich selbst und für den Partner nehmen, gegenseitiges Ermöglichen von Freiräumen.
Selbst etwas in die Hand nehmen und nicht auf Zugeständnisse warten.
Sich Wünsche nicht von den Augen ablesen lassen, sondern sie äußern.

Ein „Rollentausch“ erhöht das Verständnis für Leben und Aufgaben des Anderen, stärkt Wertschätzung und Respekt (z.B. Mann hütet Kinder).

Das richtige Maß von Nähe und Distanz finden, Abstand gewinnen – dadurch Verbundenheit fühlen.

Respekt und Verständnis auch bei Auseinandersetzungen haben.
Sprechen, zuhören, reagieren und nicht Lösungsvorschläge und Pauschalen bieten.
Andere Ansichten tolerieren, akzeptieren – sich füreinander interessieren.
Teamwork, sich zusammenraufen, keinen Kampf führen.

Die gemeinsame Vergangenheit lebendig halten,
Träume, Wünsche, Lebensziele, Albträume des anderen kennen.
Gemeinsame Ziele und Pläne entwickeln und dafür auch etwas tun!!

Miteinander flirten, sich verwöhnen, kleine Nettigkeiten bescheren. Sich den täglichen Endorphinkick geben. Zuneigung immer und überall zeigen.
Sich wieder öffnen, lachen, weinen, Quatsch machen.

Zusammen passen ist kein Zustand, sondern eine Entwicklung!!
Deshalb aktiv sein, sich immer wieder für den Partner entscheiden: ihn schätzen für das, in das man sich verliebt hat.

Und, wenn es nicht anders geht: keine endgültige, sondern eine vorübergehende Trennung.



Buchtipps:

Birgit Dechmann,
Elisabeth Schlumpf:
Lieben ein Leben lang
Wie Beziehungen immer besser werden
Beltz (2009)

Katja Doubek:
Das Geheimnis glücklicher Paare
Rororo (2008)

Bettina Münch:
Auszeit – Lifting für die Seele
Krüger Verlag (2003)